Österreich

Windpocken (Feuchtblattern, Schafblattern)

Das Krankheitsbild der Windpocken (Varizellen) zeigt sich mit plötzlich einsetzendem Hautausschlag und gleichzeitigem Fieber. Der Hautausschlag beginnt im Gesicht und auf der Kopfhaut und erfasst dann später den Rumpf. Der Ausschlag verläuft in Schüben, sodass rote Flecken und Bläschen nebeneinander bestehen und ist äußerst juckend. Die Inkubationszeit (die Zeit vom ersten Kontakt mit dem Varizella-Virus bis zum Ausbruch der Erkrankung) beträgt 12 bis 21 Tage. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfchen - und Schmierinfektion über Nasen-, Rachensekret, Harn und Stuhl. Die Auswirkungen der „Kinderkrankheit“ Feuchtblattern (Windpocken), sowohl auf den Betroffenen selbst als auch auf seine Familie, werden oft unterschätzt. Feuchtblattern können ernster verlaufen, als gemeinhin angenommen. In Österreich gibt es rund 75.000 Windpocken Neuerkrankungen pro Jahr. 5 – 10 % dieser Fälle weisen Komplikationen auf.1 Besonders bei Kindern mit geschwächtem Immunsystem können auch schwere und lebensbedrohliche Komplikationen wie Lungenentzündung und sogar Hirn- bzw. Gehirnentzündung auftreten. Nach durchgemachter Erkrankung überlebt das Virus im Körper versteckt in den Zellen des Nervensystems. Es kann in höherem Alter zu einer Zweitmanifestation der Erkrankung kommen, der Gürtelrose. Der Inhalt der Bläschen der Zweiterkrankung (Zoster) ist auch infektiös. Die Erstinfektion im Erwachsenenalter geht oft mit einer schweren Allgemeinerkrankung einher. Während der Schwangerschaft können Windpocken zu Missbildungen des ungeborenen Kindes führen.

1 Ärzte Woche 5/2006

Windpocken sind eine nicht zu unterschätzende Kinderkrankheit!

Windpocken sind eine nicht zu unterschätzende Kinderkrankheit!