Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
Was ist Lupus?
Der systemische Lupus erythematodes (SLE) ist eine Autoimmunerkrankung, bei der es zu chronischen Entzündungen an der Haut, den Gelenken, dem Nervensystem und den inneren Organen kommt. Die Krankheit verläuft meistens in Schüben über Jahre hinweg: Hohe Krankheitsaktivität wechselt mit Zeiten der Besserung.
Antikörper gehören zum Immunsystem des Körpers. Sie werden produziert, um unseren Körper vor Infektionen zu schützen. Bei Lupus-Patienten ist es jedoch so, dass einige dieser Antikörper den eigenen Körper angreifen.
Der SLE ist mit ca. 50 Betroffenen unter 100.000 Menschen selten. In Europa schätzt man die Zahl der an Lupus Erkrankten auf mehr als eine halbe Million.
Ca. 90% der Patienten sind weiblich.
Die Ursache von Lupus ist nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass für die Lupus-Erkrankung eine bestimmte Kombination von genetischen- und Umweltfaktoren vorliegen muss.
Zur Entstehung der Krankheit (Pathogenese) kann gesagt werden, dass im Blut Antikörper primär gegen den Zellkern, aber auch gegen andere Zellbestandteile gebildet werden. Diese Antikörper werden Autoantikörper bezeichnet; sie binden an körpereigenes, gesundes Gewebe und lösen dort Entzündungsreaktionen aus. Es bilden sich Komplexe aus Autoantikörpern, Zelltrümmern und Immunzellen, die an den Wänden kleiner Blutgefäße ablagern. Das führt wiederum zu Entzündungen in verschiedenen Organen.
Die Symptome von Lupus variieren stark.
Mögliche Symptome und Anzeichen von Lupus sind:
- Extreme Müdigkeit
- Schmerzende oder geschwollene Gelenke
- Hautausschläge
- Schmetterlingsförmiger Ausschlag im Gesicht oder rote Flecken an anderen Körperstellen
- Grippeähnliche Symptome
- Ungeklärtes Fieber
- Kopfschmerzen
- Erhöhte Sonnenempfindlichkeit
- Symptome einer Gefäßentzündung
- Bluterkrankungen, einschließlich Anämie
- Engegefühl oder Schmerzen in der Brust
- Geschwüre in Mund oder Nase
- Haarausfall
- Depression
- Auffällig trockener Mund und trockene Augen
Es werden entzündungshemmende Arzneimittel (z.B. Ibuprofen), Steroide (bekannt als Kortison), Antimalariamittel (z.B. Chloroquin), Medikamente, die das Immunsystem abschwächen oder unterdrücken und als Immunsuppressiva bezeichnet werden (z.B. Azathioprin, Ciclosporin A, Mycophenolatmofetil), Biologika (Belimumab) und Zytostatika (z.B. Methotrexat, Cyclophosphamid) zur Therapie von Lupus eingesetzt.