HIV/AIDS
Was ist HIV?
Das HI-Virus (HIV, Humanes Immundefizienz Virus) ist ein Virus, das das Immunsystem des Menschen massiv angreift. Eine Infektion mit dem Virus kann - aber muss nicht - AIDS auslösen.
Über 33 Millionen Menschen sind derzeit weltweit mit HIV infiziert (www.unaids.org). Der größte Teil der Erkrankten lebt in der südlichen Hälfte des afrikanischen Kontinentes. In den Industrieländern wurde AIDS ursprünglich bei homosexuellen und bisexuellen Männern und intravenös Drogenabhängigen entdeckt. Ein frühes Problem war die Übertragung über Blut und Blutprodukte.
In Österreich herrscht diesbezüglich ein hoher Sicherheitsstandard. Das zunehmende Problem in den Industrienationen ist jedoch die heterosexuelle Übertragung.
WICHTIG: Eine HIV - Infektion ist nicht das Gleiche wie AIDS!
Die Viren schleusen ihr genetisches Material in die menschliche Wirtszelle ein. Die befallene Zelle wird gezwungen, neue Viren zu produzieren.
Das Virus ist sehr wandlungs- und anpassungsfähig. Es befällt bevorzugt Zellen, die für die gesamte Koordination der körpereigenen Abwehr zuständig sind.
In der ersten Phase der Infektion ist nicht viel von einer Krankheit zu spüren. Das Immunsystem arbeitet auf Hochtouren, um die Vermehrung des Virus im "Gleichgewicht" zu halten. Das ist die sogenannte Latenzphase. Die Länge dieser Phase kann sehr unterschiedlich sein.
Irgendwann schafft es das Immunsystem nicht mehr, dieses Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Die Viren nehmen überhand.
Ohne HIV-Therapie treten in dieser Zeit die ersten Symptome auf: Befindlichkeitsstörungen, Lymphknotenschwellung, unklare Fieberschübe usw. machen eine medizinische Behandlung notwendig.
AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome) ist die Abkürzung für das sogenannte erworbene Immunmangel- Syndrom.
Von AIDS spricht man erst, wenn "Indikatorkrankheiten" (opportunistische Infektionen) auftreten. Diese Infektionen werden durch Keime hervorgerufen, die einem Menschen mit gesundem Immunsystem keine ernsten Probleme bereiten.
In Österreich kommt es nur mehr in seltenen Fällen zum Ausbruch von AIDS.
Gegen HIV gibt es zur Zeit weder eine Impfung, noch ist eine Heilung (Viruselimination) in Sicht. Die HIV-Infektion ist heute jedoch durch eine lebenslange medikamentöse Therapie behandelbar.
Durch die sogenannte antiretrovirale Therapie kann der Krankheitsverlauf einer HIV-Infektion stark gebremst werden. Das Immunsystem kann sich wieder erholen, das bedeutet längeres Überleben und bessere Lebensqualität.
Nach einiger Zeit können die Viren unempfindlich gegenüber Medikamenten werden. Deshalb kann es sein, dass die Therapie umgestellt werden muss. Auch bestimmte Nebenwirkungen können zu einer Umstellung führen.
Es ist sehr wichtig, dass die PatientInnen die HIV-Therapie regelmäßig einnehmen. Eine unregelmäßige Einnahme kann die oben genannten Probleme drastisch verschlechtern.
- ungeschützten Geschlechtsverkehr
- gemeinsamen Gebrauch von Spritzen und/oder Nadeln
- verseuchte Blutprodukte als Therapie (hoher Sicherheitsstandard in Österreich!)
- Blut, Körperflüssigkeiten
- Mutter-Kind-Übertragung während Schwangerschaft, Geburt, Stillperiode
HIV wird NICHT übertragen durch:
- Mücken oder andere Insekten
- Speichel, Tränenflüssigkeit
- Geschützten Geschlechtsverkehr (Kondom)
- Alltäglichen Umgang: soziale Kontakte, Händeschütteln, Anhusten, Umarmen, gemeinsames Benützen von Gläsern oder Besteck, Küssen uvm.